Allerseelen – Noten und Aufführungsmaterial

Wenn die dunkle Jahreszeit beginnt, tritt die eigene Endlichkeit und die der Dinge verstärkt in das Bewusstsein. Um das Jahr 1000 herum führte der Abt Odilo von Cluny den 2. November als Gedenktag für alle Verstorbenen ein. In der Folgezeit verbreitete er sich über die ganze abendländische Kirche, auch wenn er erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts als offizieller Feiertag der katholischen Kirche festgelegt wurde.

Nach deren Lehre befinden sich die Toten im „Purgatorium“, einem Reinigungsprozess, in dem sie die volle Gemeinschaft mit Gott noch nicht erreicht haben, was sie von den Heiligen unterscheidet. Nach volkstümlichem Glauben verschafft ihnen dieser Feiertag eine Ruhepause vom Fegefeuer und das Gebet der Angehörigen einen Nachlass ihrer Sünden. Diese versorgten ihre Verstorbenen dazu auch mit Allerseelenbroten, die meist an den Gräbern hinterlegt wurden.