„Für Elise“ – Klaviernoten – Beethoven

Das berühmteste Klavierstück der Welt: „Für Elise“ kennt jeder, auch wenn er nicht weiß, dass es von Ludwig van Beethoven stammt. Als Klingelton, als Pop-Version, als Spieluhr-Melodie zum Einschlafen für Kinder – kaum eine Melodie der klassischen Musik ist derart populär!

Eine fast schon simple Komposition

Als Pendeln zwischen zwei Noten, wie eine auskomponierte Improvisation, zögernd und entscheidungsschwach beginnt dieses Stück: e-dis-e-dis-e...?
Eine einladende Geste schließt sich an, eine Hinführung zum Grundton a: h-d-c.
Endlich, mit Erreichen des a, setzt die linke Hand ein. Erst jetzt wird das Metrum klar: ein wiegender Dreiertakt. Ein Takt Tonika a-Moll, ein Takt Dominante E-Dur, ein Takt Tonika a-Moll – fester Boden scheint erreicht.
Doch unvermittelt beginnt die anfängliche Suchbewegung von neuem: e-dis-e-dis-e...

Für wen hat Beethoven „Für Elise“ geschrieben?

„Für Elise am 27. April zur Erinnerung von L. v. Bthvn“ – so stand es auf dem Notenblatt, auf das Beethoven sein berühmtes Klavierstück notiert hat. Besser gesagt, so soll es da gestanden haben, denn das originale Blatt ist verlorengegangen, verschlampt von einem Fräulein Bredl in München.
Zum Glück hatte der Beethoven-Forscher Ludwig Nohl das Frl. Bredl im Jahr 1865 besucht und die Noten und die Widmung abgeschrieben. Aber hatte er den Namen „Elise“ richtig gelesen? Beethoven hatte bekanntlich eine äußerst krakelige Handschrift. Und wie kam Frl. Bredl, eine pensionierte Lehrerin, in den Besitz einer Beethovenschen Originalhandschrift?

Frl. Bredl hatte einen unehelichen Sohn, Rudolph Schachner, sein Vater war ein Wiener. Rudolph freundete sich als junger Mann mit einer älteren Frau an, Therese von Droßdik, geborene Malfatti. Vor ihrem Tod übergab sie Rudolph einen Teil ihres Nachlasses, darunter das ihr einst von Beethoven geschenkte Notenblatt mit der Widmung vom 27. April. Rudolph hat diese Papiere bei seiner Mutter in München deponiert.

So spricht sehr viel dafür, dass „Für Elise“ eigentlich „Für Therese“ heißen müsste, denn Beethoven war eng mit Therese Malfatti befreundet und hat ihr wohl auch einen Heiratsantrag gemacht.

Eine andere Theorie besagt, die Sängerin Elisabeth Röckel sei die gesuchte „Elise“. Auch ihr habe Beethoven in dieser Zeit einen Heiratsantrag gemacht. Sie hat dann aber den Komponisten Johann Nepomuk Hummel geheiratet. Dass sie im April 1810 Wien verlassen und ein Engagement in Bamberg angenommen hat, ist ein starkes Argument dafür, dass Beethoven ihr „zur Erinnerung“ ein Klavierstück geschenkt hat. Fleißige Musikwissenschaftler haben die in der Widmung fehlende Jahreszahl rekonstruiert: Es muss sich um den 27. April 1810 gehandelt haben. Aber wie könnte das Notenblatt aus ihrem Besitz zu Frl. Bredl nach München gelangt sein?

Beethoven und die Frauen

Das Rätsel um die „Elise“ reiht sich ein in viele ungeklärte Fragen um Beethovens Freundschaften und Liebschaften. Auch die Adressatin seines berühmten Briefs an die „unsterbliche Geliebte“ ist bis heute umstritten.
Mehr dazu, und über Beethovens Art, durch seine Werke zu kommunizieren, finden Sie im Stretta Journal: Beethoven 250

„Für Elise“ zum Download