Musik zu Lob und Dank

„Mein erst Gefühl sei Preis und Dank“ – mit diesen Worten bringt Christian Fürchtegott Gellert, Philosoph, Pastorensohn und immerhin im 18. Jahrhundert einer der meistgelesenen deutschen Autoren, die Hauptaufgabe des frommen Christen auf den Punkt.

Von jeher sind Lob- und Danklieder eine der wichtigsten Gattungen der Kirchenmusik. Am Anfang stehen die großen Dankpsalmen des Alten Testaments, die alle mit dem Vers „Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich“ beginnen und das [Mirjam-Lied], das Moses‘ Schwester nach dem Durchzug durchs Rote Meer anstimmt: „Singt dem Herrn ein Lied, denn er ist hoch und erhaben! Ross und Reiter warf er ins Meer.“

Im 18. Jahrhundert dann wird der Choral „[Nun danket alle Gott]“ aus der Feder Martin Rinckarts zu einer Art Vaterlandshymne, nachdem er nach einem Sieg der preußischen Armee über die Österreicher in der Schlacht von Leuthen 1757 von 25.000 Soldaten angestimmt worden sein soll. Und eines der bekanntesten Kirchenlieder des 20. Jahrhunderts „Danke für diesen guten Morgen“ textet in einer Zeit der Vorahnung einer Wirtschaftskrise sogar: „Danke für meine Arbeitsstelle“.

Die christliche Tradition des Lob- und Dankgesangs strahlt schließlich auch auf weniger religiöse Dichter wie Hans Magnus Enzensberger aus, der in einem seiner bekanntesten Gedichte das Idiom des Dankpsalms aufnimmt. Es besteht aus einer einfachen Reihe von Danksagungen, beginnt mit „Vielen Dank für die Wolken. / Vielen Dank für das Wohltemperierte Klavier…“ und endet: „meinetwegen für die Wühlmäuse draußen im Garten auch.“

  • [Mirjam-Lied]
  • [Nun danket alle Gott]
  • [Psalm 100]
  • [Psalm 116]
  • [Psalm 118]
  • [Psalm 150]