Krippenspiele – Noten und Aufführungsmaterial

Schon seit dem hohen Mittelalter sind szenische Darstellungen der zentralen christlichen Heilsereignisse Geburt, Passion und Auferstehung bekannt. Geprägt wurde dafür der Begriff „liturgisches Drama“ oder „geistliches Spiel“, das bekannteste Beispiel ist wohl das Passionsspiel in Oberammergau. Auch die in den meisten Kirchen heute noch praktizierten Krippenspiele gehen über sehr lange und gewundene Wege darauf zurück.

Die Heimat dieser Spiele war zunächst das Kloster. Mönche und Nonnen entwickelten szenische Darstellungen aus lateinischen Gesängen, die dialogischen Inhalt hatten, wie z. B. die Verkündigung der Geburt Christi durch die Engel an die Hirten. Bald wurde diese Praxis von den Bürgern in den Städten und Zünften in der Volkssprache nachgeahmt.

Rund um das Weihnachtsfest entwickelte sich eine Vielzahl von Spielen, die sich auf einzelne Geschehnisse fokussierten, von der Verkündigung des Engels Gabriel über den Kindermord des Herodes und die Flucht aus Ägypten, die Geburt, bis zur Darstellung im Tempel. Eine zentrale Rolle spielte dabei immer die Figur der Maria. Die Musik bestand zunächst aus den lateinischen liturgischen Gesängen, vor allem den textreichen sogenannten Tropen, wurde dann aber auch durch den Einschub von Liedern angereichert. Auch der Einsatz von Instrumenten ist belegt, und so kommt es 1602 zu den ersten Vertonungen der Weihnachtsgeschichte.

Heute haben die Krippenspiele ihren Platz in erster Linie in den Kindergottesdiensten, vor allem am Heiligen Abend.