Clemens Kühn (*1945)

Analyse lernen

Eine Handwerkslehre des Analysierens von Werken der Musik
Bärenreiter Studienbücher Musik 4

Lehrbuch

Artikelnr.118923
Autor/KomponistClemens Kühn
HerausgeberSilke Leopold, Jutta Schmoll-Barthel
Sprachedeutsch
Umfang238 Seiten; 15 × 21 cm
Erscheinungsjahr2002
Verlag/HerstellerBärenreiter
Hersteller-Nr.BVK 1154
ISBN9783761811542
ISMN9790006310166
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Beschreibung

Unter den zahlreichen Publikationen zur musikalischen Analyse ist Kühns „Analyse lernen“ etwas Neuartiges. Wo in den gängigen Anleitungen zumeist die Frage nach der kompositionstechnischen Machart dominiert, da möchte Kühn seine Leser zum ästhetischen Kern des musikalischen Kunstwerks führen. Deshalb finden sich keine abgerundeten Analysen in dem Buch; an ihre Stelle treten Wegweiser zum kreativen Umgang mit dem analytischen Werkzeug. Auf dem Fundament gesicherter Begrifflichkeit und vorformulierter Voraussetzungen demonstriert der Autor, wie eine Analyse arbeiten kann, die nicht schematisch vorgeht (Takt 1: Akkord XY, Takt 2 ... usw.), sondern das jedem Stück angemessene Resultat sucht. Fragen stellen zu können, ist hier die zentrale Fähigkeit. Kühns Analyseansätze schöpfen aus einem gewaltigen Fundus von Werken aller Epochen, so dass immer wieder überraschende Analogien aufscheinen und bekannte Stücke in ein neues Licht geraten. Die zahlreichen Notenbeispiele machen jeden Analysegedanken für den Leser nachvollziehbar, und die vielen beigefügten Aufgaben ermuntern zu eigener Analyse. Zum Vergnügen, mit dem man dieses neue Buch liest, trägt nicht zuletzt auch die erfrischend undogmatische Sprache bei.

Analyse ist seit etwa 20 Jahren ins Zentrum musiktheoretischer Unterweisung gerückt. Das dokumentieren auch die zahlreichen Publikationen zu diesem Thema. Wer jedoch aus den verfügbaren Büchern das Analysieren lernen möchte, sieht sich enttäuscht. Sie legen lediglich fertige Analysen vor. Clemens Kühns Buch setzt genau da an. Es präsentiert nicht analytische Resultate, sondern lehrt den Weg dorthin und will Gespür, Fähigkeit, Kompetenz für das Analysieren ausbilden. Dargestellt wird die reiche Palette analytischer Möglichkeiten und Blickwinkel. Die vielen Aufgaben ermuntern dazu, das jeweils Nachvollzogene in eigenen analytischen Versuchen anzuwenden.

Inhalt

  • Vorbemerkung: Das Analysieren selbst
  • Höranalyse und Leseanalyse
  • Bedingungen:
  • Der Anfang
  • Bestandsaufnahme und Deutung
  • System-Analyse
  • Musiken
  • Nicht immer "alles"
  • Das Wesentliche
  • Staunen
  • Beziehungen
  • Kategorien
  • Linie contra Klang
  • Repertoire
  • Musik abschreiben
  • Sprache:
  • Ich
  • Farbigkeit
  • Um Sprache ringen
  • Einfachheit
  • Nicht kumpelhaft
  • Variabel darstellen
  • Gleich anfangen
  • Sprecharten
  • Begriffe
  • Topoi:
  • Schlussformel
  • Interrogatio
  • Fauxbourdon
  • Lamentobass
  • Diatonik und Chromatik
  • Fragen stellen:
  • Harmonik
  • Melodik
  • Rhythmik
  • Anfang und Schluss
  • Satzart
  • Reichtum
  • Struktur
  • Wiederholung
  • Taktgruppen
  • Register
  • Besetzung
  • Pausen
  • Sprachweisen
  • Zeit
  • Norm und Verstoß
  • Form und Idee
  • Stücke, die nichts hergeben
  • Sprachvertonungen:
  • Sprachlos
  • Musik weiß mehr
  • Das Unsagbare
  • Musiksprachen
  • Der Text als Herrscher
  • Aus gleichem Geiste
  • Das Gemeinte
  • Bilder
  • Sich ändernder Ton
  • Gesteigertes Sprechen
  • Volkston
  • Selbsverständnis und Aktualität
  • Analytische Denkweisen:
  • Fundamentalbass
  • Funktionen
  • Schichten
  • Substanzgemeinschaft
  • Thematischer Kern
  • Energie
  • Entwickelnde Variation
  • Sachregister
  • Verzeichnis der angesprochenen Werke