Heinrich Schütz – Noten

Heinrich Schütz, einer der bedeutendsten Komponisten des Frühbarock, lebte von 1585 bis 1672 und erreichte damit ein für seine Zeit geradezu biblisches Alter. Er schrieb vorwiegend geistliche Vokalmusik und erlebte den gesamten dreißigjährigen Krieg mit – was erheblichen Einfluss auf sein umfangreiches Werk hatte. Zu seinen Schülern zählen so bedeutende Komponisten wie Matthias Weckmann, Johann Kuhnau, Johann Schelle und Johann Vierdanck.

Bereits in seinem ersten Werk, den Italienischen Madrigalen op. 1, wird sein besonderes Können in der Verbindung von Text und Musik deutlich. Lange Zeit wirkte er am bestens ausgestatteten Dresdner Hof. Aus der Lehre bei Giovanni Gabrieli brachte er dorthin den italienischen Stil mit: Die Madrigale schlagen sich stilistisch noch in den Cantiones Sacrae op. 3 nieder und die Mehrchörigkeit in den Psalmen Davids op. 2. Überhaupt spielen Psalmtexte, die er auch in kleinem Format wie im Becker-Psalter op. 5 vertonte, eine besondere Rolle in seinem Werk.

Eine zweite Italienreise inspirierte ihn zu den groß besetzten Symphoniae Sacrae op. 6, 10 und 12. Daneben verdanken wir ihm auch großartige, geradezu szenisch anmutende Kompositionen wie die Passionen, die Musikalischen Exequien op. 7, die Sieben Worte Jesu Christi, die Auferstehungshistorie, die unvergleichlich schöne Weihnachtshistorie und die intimen kleinen geistlichen Konzerte op. 8 und 9. Vor diesem Hintergrund ist es besonders bedauerlich, dass aus seinem weltlichen Schaffen, allem voran die erste deutsche Oper „Dafne“ oder das Ballett „Orpheus und Eurydice“, nichts überliefert ist.

Sein letztes Werk, das er selbst als seinen „Schwanengesang“ bezeichnete, ist eine Vertonung des längsten Psalms Nr. 119, der sein Lebensmotto „Deine Rechte sind mein Lied in dem Hause meiner Wallfahrt“ enthält. Zum Schwanengesang gehören eine Vertonung des 100. Psalms und ein doppelchöriges Magnificat – ein wahrhaftes opus ultimum.

Wichtige Werke von Heinrich Schütz